, Janic Stähelin

Zittersieg beim Tabellenletzten

Der FCOG gewinnt auswärts beim Tabellenschlusslicht in Tuggen mit 1:0. Mit Ruhm bekleckerte man sich dabei jedoch bei weitem nicht.

Nach dem 2:1-Sieg des SC Siebnen gegen den FC Wädenswil am Abend zuvor, der ihnen über Nacht die Tabellenführung einbrachte, wusste die Mustafi-Truppe, dass sie heute nachziehen musste. Auf dem Papier sah diese Aufgabe durchaus machbar aus: Der FC Tuggen 2 lag mit vier Pünktchen abgeschlagen auf dem letzten Platz. Bei genauerem Hinsehen fiel jedoch auf, dass die Tuggener ihre Spiele jeweils nur sehr knapp verloren hatten, man war also definitiv gewarnt.

 

Viel Ballbesitz, wenig Ertrag

 

Da das Hinspiel mit 3:0 Forfait an die Limmattaler ging, kannte man den Gegner nicht und musste sich dementsprechend zuerst herantasten. Die Hausherren verteidigten sehr tief und überliessen dem Gast zu weiten Teilen den Ball. Trotz gefühlten 95% Ballbesitz, hatte der FCOG Mühe, sein Spiel aufzuziehen und Zug aufs Tor zu entwickeln: Ungenauigkeiten und fehlendes Tempo prägten die Partie. Die erste richtig grosse Chance sollte nach etwa 20 Minuten kommen: Co-Spielertrainer Emra Mustafi liess mit seinem Freistoss Versuch den Querbalken erzittern, der Abpraller konnte jedoch nicht verwertet werden. Nur wenige Minuten später war es dann aber so weit: Nach einer Flanke von Christian Geiger stand Sandro Lutz am ersten Pfosten goldrichtig und konnte in die nahe Ecke einschieben. Der Knoten war geplatzt und man konnte die Erleichterung dieses ersten Treffers förmlich spüren. Dieser Spannungsabfall war sicher mit ein Grund, warum bis zur Pause nicht mehr mit letzter Konsequenz nach vorne gespielt wurde. Der Gastgeber kam zu ein, zwei Abschlüssen, dies jedoch nur in Form von Weitschüssen, die für Torhüter Fux kein Problem darstellten. Somit ging es mit dem Halbzeitresultat von 1:0 in die Katakomben.

 

Harzige zweite Spielhälfte

 

In der Pause wurde die Marschrichtung bestimmt: Möglichst schnell ein zweites Tor nachlegen und so die Moral des Schlusslichtes brechen. Doch dies war einfacher gesagt als getan: Man kämpfte weiterhin mit der Genauigkeit und der Dynamik, die dieses Team so lange ausgezeichnet hatte. Man hatte zwar ein paar gute Spielzüge drin, doch konnte man diese vor dem Tor nicht verwerten. Gianluca Mergola konnte den Ball nach einer Hereingabe von Aimen Zouaoui einen Meter vor dem leeren Tor nicht unterbringen, der Ball versprang und wurde von Mergola mit seinem schwächeren linken Fuss über die Torlatte bugsiert. In der Folge kamen auch Matteo Montefusco und Christian Geiger noch zu guten Chancen, doch auch sie konnten den Ball nicht im Tor versenken oder wurden von gegnerischen Verteidigern gestoppt. Zum guten Glück waren die Hausherren offensiv harmlos, ihre Aktionen in der Limmattaler Platzhälfte bestanden vor allem aus Weitschüssen und Standardsituationen. Da die Führung jedoch denkbar knapp war, musste sich das Fanionteam des FCOG bis zum Schluss konzentrieren. Doch glücklicherweise konnte man hinten dichthalten und den 1:0-Minisieg über die Zeit retten.

 

Abhaken und weiter nach vorne schauen

 

Der Schlusspfiff wirkte für alle FCOG-Akteure wie eine Erlösung, da das Spiel sich immer mehr zu einem Krampf entwickelt hatte. Doch Trainer Adnan Mustafi betonte nach dem Schlusspfiff noch einmal: Diese Leistung war eines Aufstiegskandidaten nicht würdig, vor allem nicht bei einem nun schon feststehenden Absteiger. Es gilt also, die drei budgetierten Punkte mitzunehmen und den Rest möglichst schnell zu vergessen. Weiter geht es am 4. Juni zuhause gegen den FC Lachen/Altendorf 2, bevor am 10. Juni der letzte und womöglich entscheidende Spitzenkampf in Siebnen stattfindet.